Follikulitis

Meine persönliche Reise mit der „Erkrankung“

Bevor du weiterliest möchte ich klarstellen, dass ich kein Arzt bin und keine gesonderte medizinische Ausbildung habe. Ich habe mich nach mehreren Jahren mit der Diagnose in die Thematik eingelesen und diese weitestgehend selbst in den Griff bekommen. Dennoch rate ich allen Lesern zuerst den Arzt ihres Vertrauens aufzusuchen. Ich war zu Beginn meiner Eigenbehandlung laut meinen Ärzten schon mehr oder weniger austherapiert.

Was ist Follikulitis?

Bei Follikulitis handelt es sich um Hautabszesse bei denen sich die Haarfollikel – also die Strukturen welche die Haarwurzeln umgeben und diese in der Haut verankern – entzünden und mit Eiter füllen. Daraus können entweder kleine eher oberflächliche Pickelchen/Pustel oder tieferliegende, große und schmerzhafte Abszesse entstehen. Oft geht vor allem mit einer großflächigen Follikulitis ein unangenehmer dauerhafter Juckreiz einher.

Ursachen für Follikulitis

Die Ursachen für Follikulitis sind vielfältig: Schweiß, Reibung, Trauma, eingewachsene Haare durch rasieren oder eine Verhornung der Haut können unter anderem eine Follikulitis auftreten lassen.

Follikulitis durch Verhornung

In meinem Fall war der Auslöser wohl weitestgehend eine übermäßige Verhornung der Haut, auch Hyperkeratose genannt. Es war ein schleichender Prozess. Es fing mit ca. 22 Jahren ganz leicht an und wurde von Jahr zu Jahr schlimmer. Anfangs waren es noch einige wenige Pustel, die sich mit etwas Kortison zumindest mittelfristig in den Griff kriegen ließen. Mitte 20 jedoch, war es so weit, dass mein ganzer Rücken verhornt und entzunden war. Dies machte sich speziell im Winter besonders stark bemerkbar.


Ein Bild meines Rückens nach dem Sport
Meine Haut am Rücken wurde so hart, dass man das Gefühl hatte man könnte sich beim Darüberwischen mit der Handfläche die Hände aufreiben. Wenn ich dann auch noch zu schwitzen anfing, wars komplett um mein Wohlbefinden geschehen. In solchen Situationen fing die Haut am Rücken an noch mehr zu jucken als sie es ohnehin schon tat und errötete dabei stark.

Ganz abgesehen von den beschriebenen äußeren Symptomen, nahm auch die psychische Belastung immer weiter zu. Wenn ich nicht direkt darauf angesprochen wurde, wurde ich zumindest angestarrt. Ich kann das natürlich niemandem verübeln, da ich wohl nicht anders reagieren würde. Dennoch minderte es das eigene Wohlbefinden stark. Ich war im Laufe der Jahre bei mehreren unterschiedlichen Ärzten und ließ mir sogar Haut entnehmen, um diese zu untersuchen. Die Kernaussage veränderte sich jedoch kaum: „Da kann man nicht viel machen, damit müssen sie leben.“

Anfangs wurden mir noch Antibiotikakuren und Kortisonsalben verschrieben. Diese Behandlungen halfen jedoch nur kurz- bis mittelfristig. Zu beginn natürlich noch etwas länger, aber je länger ich mit dem Hauptbild lebte, desto „aggressiver“ wurde es. Gegen ende war es dann schon so weit, dass sich die Pustel vom unteren Torso bis zur Brust verbreiteten und die verschriebenen Kuren und Salben schon wenige Tage nach Absetzen keine Wirkung mehr zeigten. Das Hautbild verschlechterte sich wieder drastisch.

Hinzu kam, dass die Situation nochmal deutlich schlimmer wurde sobald mein Immunsystem durch Krankheit oder Stress sichtlich unter Beschuss stand. Da das Hautbild im Sommer bei Patienten tendenziell immer etwas besser wird, rieten mir zwei meiner Ärzte ganz einfach in den Süden zu ziehen. Zwar verärgerte mich diese Aussage etwas, aber ich wusste, dass sie nicht ganz Unrecht hatten. In meinen Sommerurlauben, also wenn ich viel Zeit ohne T-Shirt in der Sonne verbrachte, wurde mein Hautbild meist spürbar besser.

Follikulitis behandeln und in den Griff bekommen

Dieses Segment sollte wohl besser heißen „Wie ich meine Follikulitis in den Griff bekommen habe“, da die Auslöser wie eingangs beschrieben sehr unterschiedlich sein können.

Die oben beschriebene Besserung innerhalb der Sommerurlaube trat nicht immer ein und war im Winter sowieso nicht in Aussicht. Nachdem der Grundtenor mehrerer Ärzte war, ich solle mich doch mit der Krankheit abfinden, beschloss ich selbst an mir experimentieren. Irgendwann fiel mir auf, dass meine Follikulitis am stärksten zurückging, wenn ich meinen Urlaub am Meer verbrachte.

Da man Salzwasser generell eine wohltuende Wirkung nachsagt, beschloss ich einfach Meersalzbäder für zuhause zu kaufen. Ich war überrascht: direkt am Tag nach meinem ersten Salzwasserbad war das Hautbild erkennbar besser und der Juckreiz deutlich gelindert. Leider hielt dieser Effekt immer nur ein bis zwei Tage an, bis sich dann alles wieder spürbar verschlechterte. Zu dieser Zeit nahm ich etwa drei Mal pro Woche Salzwasserbäder. Mein Hautbild wurde dadurch zwar etwas besser, aber ein großer Teil der Symptome blieb weiterhin bestehen.

Eines Tages stolperte ich in einer Drogerie zufällig über ein Salzpeeling und beschloss es einfach mal auszuprobieren. Das war ein „Gamechanger“ für mich. Das Salz schabte die verhornte Haut ab, legte die Follikel frei und verminderte somit die verstopfungsbedingten Entzündungen der Follikulitis. Meine Haut verbesserte sich deutlich und die Verhornungen gingen stark zurück. Dennoch musste ich die Peelings zumindest dreimal die Woche anwenden um ein besseres, aber noch lang nicht perfektes Hautbild zu erreichen.

Mir ist klar, dass Hautpeelings in so einer Situation eigentlich naheliegend klingen. Dennoch riet mir keiner meiner Ärzte jemals dazu und somit hatte ich sie wohl unterbewusst als wirkungslos eingestuft.

Meiner Schwägerin fiel zu dieser Zeit meine extrem trockene Haut auf und empfahl mir daraufhin, mich täglich vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen mit Vaseline einzuschmieren. Ich hatte eigentlich schon immer sehr trockene Haut. Leider führte Eincremen in der Zeit vor meinen Peelings und Salzwasserbädern, meist nur zu einer unangenehmen und juckenden Aufweichung der Verhornung und machte das Hautbild oft nur noch schlechter.

Nachdem die Salzpeelings die Verhornung jedoch stark reduzierten, begann ich mit meiner „Vaseline-Kur“. Vaseline zieht zwar nur sehr langsam in die Haut ein (speziell morgens sollte man das mit dem Bekleiden gut abstimmen, sonst gibt es Flecken), aber sie beruhigte meine Haut ungemein. Nach ca. ein bis zwei Wochen war meine Haut nicht mehr wiederzuerkennen. Die meisten meiner Pustel waren verschwunden und die Haut juckte auch nicht mehr!

Zwischenfazit

Meine Hautgesundheit scheint sich also auf zwei Pfeiler zu stützen:
  • Regelmäßiges abpeelen der verhornten Haut (verhindert die Entzündung der Follikel)
  • Verstärktes, regelmäßiges eincremen der Haut (vermindert die Nachbildung der Verhornung)

Ich kann von einem medizinischen Standpunkt aus gesehen natürlich nicht genau erklären warum a) meine Haut grundsätzlich sehr trocken ist (scheint in der Familie zu liegen) und b) das anfeuchten mit Cremes die Nachbildung der Verhornung so stark reduziert. Aber es funktioniert. Natürlich wollte ich mich nicht langfristig zweimal täglich mit Vaseline eincremen müssen und so fing ich an zu experimentieren.

Ich fand zum Beispiel heraus, dass Kokosöl die Haut nicht nur super geschmeidig macht, sondern auch entzündungshemmend wirkt. Für Leute mit meinem Hautbild ein klares Plus. Ich war auch überrascht herauszufinden, dass handelsübliche Nivea Creme (aus der Aludose), dick aufgetragen, mein Hautbild super im Griff hält. Darüber hinaus schmiere ich je nach Bedarf auch mal Ringelblumensalbe und Urea.

Ich habe die perfekte "Schmierroutine" zwar noch nicht ganz gefunden, aber unterm Strich helfen alle diese Cremes. Die Devise lautet vor allem "Hauptsache die Haut bleibt feucht."

Die Behandlung in der Kurzfassung

Meine persönliche „Therapie“ in der Kurzfassung. Zu Beginn (ca. zwei Wochen):
  • Salzwasserbäder 1-2 Mal die Woche
  • Salzpeeling je nach Bedarf ca. 2-3 Mal die Woche
  • Zwei Mal täglich (morgens und abends bzw. direkt nach den Peelings) mit Vaseline eincremen
  • Je nach Bedarf mit Kokosöl und/oder Nivea bzw. auch anderen Cremes zwischenschmieren – wichtig ist auf jeden Fall, dass die Haut niemals zu trocken wird!

Regelmäßig
  • Zweimal täglich gut eincremen – am besten abwechselnd mit Kokosöl und Nivea Creme
  • Ca. 1x mal pro Woche bzw. je nach bedarf mehr oder weniger Salzpeelings
  • Anmerkung: Speziell unter Stress und bei geschwächtem Immunsystem kann es zu Verschlechterungen des Hautbildes kommen. Bei besonders angegriffener Haut greife ich gern auf Ringelblumensalbe (eignet sich auch gut fürs Gesicht), Urea-Cremes oder Vaseline zurück. Salzwasserbäder entfalten unter diesen Bedingungen natürlich auch eine wohltuende Wirkung. Ich greife dabei auch gern auf Heil- bzw. Erkältungsbäder von bspw. Tetesept zurück, oder mische diese mit einfachem Meersalz.

Wie eingangs erwähnt bin ich kein Arzt und möchte meine Leser daher bitten meine Empfehlungen als das wahrzunehmen was sie sind: Meine persönlichen Erfahrungen und keine absoluten Handlungsempfehlungen. Auch wenn ich über die Jahre Hautärzten gegenüber sehr skeptisch geworden bin, rate ich in erster Linie immer dazu einen Arzt zu konsultieren.

Heute habe ich meine Follikulitis in den Griff bekommen und lebe weitestgehend beschwerdefrei. Ich bin durch die Anwendung einfacher Salzpeelings, Bäder und Cremes, weder auf Kortison noch auf Antibiotika angewiesen. Ich hoffe, dass dir diese Seite dabei helfen kann einen ähnlichen Fortschritt zu erzielen.